19. Jahrhundert
1886

In der Gründungsversammlung des Musikvereins mit 18 aktiven und 90 passiven Mitgliedern wird am 28. Februar im Gasthaus „Zur Krone“ Franz Anton Roth zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er führt den Verein bis Ende 1895. Zum Dirigent wird Obermusikmeister Ruhmann berufen.

1896

Ignaz Rauenbühler übernimmt das Amt des Vorsitzenden und führt den Verein – mit Unterbrechungen – durch nicht immer leichte Aufbaujahre bis 1904. Großen Anteil an der musikalischen Verbesserung der Kapelle haben neben Obermusikmeister Ruhmann die Vizedirigenten Johann Mitzel und Emil Schott, der insgesamt 20 Jahre die Kapelle leitete.

1911

Seit der Mitgliederversammlung 1906 führt Karl Merkel den Verein. Mitte Mai 1911 feiert die Vereinsfamilie das 25jährige Stiftungsfest. Während am Samstag der „Große Zapfenstreich“ zelebriert wurde, folgte am Sonntag der Ausklang mit einem Gartenfest beim Gasthaus „Strauß“.

1919

Nach dem ersten Weltkrieg waren 17 gefallene Mitglieder zu beklagen. Folglich brachte die Generalversammlung am 23. Februar eine Neubesetzung in vielen Positionen des Vorstandes. Adolf Merkel wird zum Vorsitzenden gewählt. Ausflüge und Gartenfeste werden danach wieder zu festen Bestandteilen des Vereinslebens.

1921

Anfang Oktober wird im Garten des August Nassal das 35jährige Stiftungsfest veranstaltet, in dessen Rahmen auch ein Wertungsspiel des Murgtal-Musikgaues eingebunden war. Am Sonntagmittag zogen die teilnehmenden Kapellen in einem Festzug durch den Ort.

1925

In der Generalversammlung am 18. Januar werden die seit dem Sommer des Vorjahres bestehenden Probleme, vor allem zur Spielfähigkeit der Kapelle, ausgiebig erörtert. Es kommt zu einem „Neuanfang“ unter dem Vorsitzenden Alfred Hartmann; der Dirigentenstab ging an Amandus Eckert. Ihm gelang es in kurzer Zeit, die zur musikalischen Arbeit notwendige Ruhe herzustellen. Mit einer 23 Mann starken Kapelle konnte zu Weihnachten bereits wieder ein ansprechendes Programm dargeboten werden.

1926

Im Rahmen des Sommerfestes haben die Mitglieder der 40jährigen Vereinsgründung gedacht. In der Folgezeit zählen der Mai-Ausflug, die Sommerfeste sowie die Platzkonzerte am Rathaus und in den Schlossanlagen neben dem schon traditionellen Weihnachtskonzert wieder zu festen Bestandteilen im Leben des Musikvereins. Die Kapelle nimmt darüber hinaus regelmäßig an Wertungsspielen teil.

1928

August Fritz übernimmt die Leitung der Kapelle und behält dieses anspruchsvolle Amt bis 1936 inne. Insbesondere bei den Wertungsspielen werden unter seiner Stabführung gute Ergebnisse erzielt. Gleichwohl schlagen sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der noch jungen Weimarer Republik auf das Vereinsleben nieder. In der Generalversammlung am 15. Januar 1933 wird bekannt, dass 80 Mitglieder arbeitslos sind und der größte Teil der übrigen 300 Mitglieder mit Kurzarbeit Vorlieb nehmen muss. Der Vorsitzende Franz Westermann setzt sich – unterstützt von Emil Amrain – nicht nur für die Belange des Musikvereins ein, sondern hilft den Mitgliedern auch persönlich bei der Arbeitsplatz- oder Wohnungssuche.

1934

Die Freude über den seit der zweiten Vorjahreshälfte erkennbaren wirtschaftlichen Aufschwung war Monate später so groß, dass der Musikverein sein 50jähriges Stiftungsfest – eigentlich zwei Jahre zu früh – bereits Mitte Juli in den Parkanlagen des Schlosses feierte. Die aktiven Mitglieder bekamen neue Uniformen. Nach dem strapaziösen Fest übernehmen Emil Riede und Karl Heck ab 1936 die Führung des Vereins.

1939 bis 1945

Mit Ausbruch des Krieges werden viele Musiker zu den Waffen gerufen. Die Kapelle ist nicht mehr spielfähig und wird auf Verlangen des Ortsgruppenleiters im Frühjahr 1941 in den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr „integriert“. Vorsprachen der Vereinsvertreter – mit dem Vorsitzenden Karl Heck an der Spitze – beim Bürgermeister, um dieses Ansinnen zu verhindern, bleiben erfolglos.

1946

Nach der Zwangsauflösung aller Vereine durch die Besatzungsmächte im Mai 1945 wird vom Gouvernement Militaire auf die Initiative einiger treuer, dem Verein besonders verbundener Mitglieder die Genehmigung zur Neugründung erteilt. In der Generalversammlung am 20. Oktober wird Schreinermeister Karl Heck erneut zum ersten Vorsitzenden gewählt. Am Dirigentenpult nimmt (wieder) Amandus Eckert Platz. Es gelingt, noch im selben Jahr – mit nur zwölf aktiven Musikern – die erste Weihnachtsfeier nach dem schrecklichen Krieg durchzuführen.

1948

Wilhelm Merkel übernimmt das Amt des ersten Vorsitzenden. Die Zahl der aktiven Musiker steigt auf 29 Personen. Durch das segensreiche Wirken von Kapellmeister Amandus Eckert kann sich diese Mannschaft auch wieder „sehen und hören“ lassen. Mit Fritz Volz stand dem Kapellmeister – wie in den Gründerjahren – ein Vize zur Seite, der sich intensiv der Jugendarbeit widmete und auch als Musikervorstand und Schriftführer im Verein große Verdienste erwarb.