1951

Mitte Juli findet auf dem Festplatz beim Parksee – verbunden mit dem „Heimattag“ – ein Gartenfest statt, bei welchem auch der Gesangverein „Frohsinn“ und die Volksschule Programmpunkte übernehmen. Die Gastvereine aus Michelbach, Bischweier und Oberweier geben Proben ihres Könnens ab. Die Mundartdichterin und Lehrerin an der Volksschule Rotenfels, Thekla Wickert, greift zur Feder und hält das Ereignis in Versform fest (Gemeindeanzeiger). Ein Jahr später wird ein Sommerfest auf dem Murgvorland abgehalten. Nachdem die Besatzungsmächte das Gasthaus „Ochsen“ im Sommer 1953 freigegeben haben, können dort im Oktober wieder die beliebten „Wunschkonzerte“ stattfinden.

1955

In der Generalversammlung am 13. März wird Karl Gutmann mit großer Mehrheit zum ersten Vorsitzenden gewählt. Im selben Jahr beteiligt sich die Kapelle am Fastnachtsumzug der örtlichen Vereine und spielt mit der „kleinen Besetzung“ im Gasthaus „Strauß“ zum Tanz auf. Das Vereinsleben entwickelt sich in den folgenden Jahren mustergültig.

1959

In der ersten Julihälfte wurde – wiederum zwei Jahre zu früh – das 75jährige Vereinsbestehen im Rahmen eines zünftigen Festes gefeiert. Bereits am Sonntag vor dem Festwochenende war die Gedächtnisfeier zu Ehren der gefallenen, verstorbenen und vermissten Mitglieder des Musikvereins bei der Friedhofskapelle. Am folgenden Samstag begann das Festwochenende mit dem Festbankett, bei dem Bürgermeister Schöpfer als Festpräsident auf die Höhen und Tiefen der bisherigen Vereinsgeschichte zurückblickte und den Jubelverein zu seinen Leistungen beglückwünschte. Nach dem Festgottesdienst am Sonntag traten sechs befreundete Gastkapellen zum Ehrenspielen an. 30 Gruppen, darunter 18 Musikkapellen, bildeten am Nachmittag den Festumzug. Der Abend stand unter dem Motto „Triumpf der guten Laune“, bei welchem namhafte Künstler aus Film, Funk und Fernsehen dem dankbaren Publikum ihr Können zeigten. Inzwischen wird der Verein von 381 Mitgliedern unterstützt; die Kapelle zählt 33 Mann.

1963

Karl Horsch wird zum Vorsitzenden gewählt und leitet den Verein mit sicherer Hand bis 1971. In dieser Zeitspanne knüpft der Verein weitere Bande zu anderen Kapellen. So kommt ein erster Besuch in Bad Vilbel und 1964 ein Ausflug nach Linz in Österreich zustande, wo man sich mit der dortigen Eisenbahnerkapelle trifft. Ein musikalischer Höhepunkt war seinerzeit auch die erfolgreiche Teilnahme an der Sendung des Süddeutschen Rundfunks „Mit Musik ins Land hinaus“, die am 14. März 1964 erstmals ausgestrahlt wurde. Durch intensive Werbeaktionen konnte Vorsitzender Karl Horsch Ende 1965 bekanntgeben, dass unser Mitgliederbestand die „magische“ Zahl 500 überschritten hat.

1965

Im Februar 1965 erkrankt Dirigent Eckert so schwer, dass er sein Amt nicht mehr wahrnehmen kann. Vizedirigent Fritz Volz leitet die Probenarbeit mit viel Engagement, um die von der Kapelle bereits eingegangenen Verpflichtungen nicht zu gefährden. Noch rechtzeitig vor dem Muttertags-Konzert konnte mit dem SWF-Musiker Fritz Schubert ein Nachfolger am Dirigentenpult präsentiert werden. Die Premiere gelang ebenso, wie die musikalischen Beiträge zum „Rotenfelser Volksfest“, welches in diesem Jahr unter der Regie des Musikvereins stand. Mit großer Begeisterung des Publikums wurde schließlich auch ein Sonderkonzert im Kurpark von Bad Herrenalb aufgenommen.

1967

Zur nachhaltigen Förderung unseres aktiven Nachwuchses wird eine Blockflötengruppe gegründet, deren erste Gehversuche von Rektor August Möschle begleitet werden. Kurze Zeit später übernimmt Annerose Merklinger diese für den Verein sehr wichtige Einrichtung und führt sie mit viel Einfühlungsvermögen, großem Sachverstand und Zuwendung bis ins nächste Jahrhundert.

Eine Bereicherung für das kulturelle Leben unserer Gemeinde waren Ende der 60er Jahre auch die im Kurpark veranstalteten Doppelkonzerte u.a. mit den befreundeten Kapellen aus Ötigheim, Kuppenheim und Selbach.

Ins nächste Jahrzehnt startet unser „idyllisches Kurörtchen“ als Stadtteil von Gaggenau. Dem Musikverein Rotenfels bringt diese Fusion gleich die Möglichkeit, im Oktober 1970 an den Partnerschaftsfeierlichkeiten in Annemasse und Gaggenau maßgebend mitzuwirken. Alle Beteiligten konnten in unserer französischen Partnerstadt eindrucksvolle Stunden erleben. Begeisterungsfähigkeit und Gastfreundschaft kannten bei unseren Gastgebern in Annemasse keine Grenzen.

1972

Bei der Generalversammlung am 26. Februar bat Karl Horsch, ihn vom Amt des ersten Vorsitzenden zu entbinden, weil er zum Vorsitzenden der Bezirksgruppe Murgtal im Blasmusikverband Mittelbaden bestellt worden ist. Sein Stellvertreter Paul Rothenberger dankte ihm in bewegten Worten für sein umsichtiges und tatkräftiges Wirken in den vorangegangenen neun Jahren. Ausgestattet mit einem großen Vertrauen der anwesenden Mitglieder übernahm Dieter Bauch die Geschicke des Musikvereins.

Die gute Harmonie innerhalb der Vereinsfamilie machte es nach zahlreichen Einsatzstunden freiwilliger Helfer im Oktober 1973 möglich, das neue Vereinsheim in der alten Volksschule in Anwesenheit der Ortsgeistlichen und einzelner Stadträte seiner Bestimmung zu übergeben. Die Stadt hatte das Werk auch finanziell unterstützt.

Neben den konzertanten Auftritten der Kapelle bei kirchlichen und weltlichen Anlässen in und um Bad Rotenfels sind in diesem Jahrzehnt insbesondere die jährlichen Ausflüge zur Pflege der Kameradschaft der aktiven Mitglieder aber auch der gesamten Vereinsfamilie hervorzuheben. Beispielhaft erinnert sei an die schönen Aufenthalte in Bad Münster am Stein, Ludwigsburg, Besigheim oder Frauenau in Bayern.

1976

Mit einem gelungenen Festakt im blumengeschmückten Gemeindesaal von St. Laurentius leitete der Verein vor zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens sein 90jähriges Jubiläum ein. Die „kleine Besetzung“ des Blasorchesters und ein Streichquartett um Fritz Schubert geben der Feierstunde einen würdigen Rahmen. Zuvor hatte die Musikkapelle mit einem eindrucksvollen Kirchenkonzert in der Pfarrkirche der Verstorbenen gedacht, die einst den Verein gegründet und seither mitgetragen hatten.

Eine Woche später stand der ganze Stadtteil für drei Tage im Zeichen des Volksmusikfestes. Das vielseitige Programm startete mit einem zünftigen „Badisch-Bayerischen Unterhaltungsabend“, den unsere Blasmusikfreunde aus Frauenau maßgeblich gestalteten. Beim Ehrenspielen und beim Sternmarsch zum Festzelt am Sonntag machten die Kapellen des Murgtals das hohe Leistungsniveau der Blasmusik in unserem Bezirk transparent. Am Abend war ein Gemeinschaftskonzert des Harmonika-Spielrings und der Musikkapelle Bad Rotenfels ein Höhepunkt und gleichermaßen Novum im musikalischen Treiben des Stadtteils. Am Montag klang das Musikfest mit Frühschoppen, einem Nachmittag für die Jugend und einem Tanzabend bei den Klängen der „Murgtalperlen“ aus.

1979

Nach vielen – teils zähen – Gesprächen innerhalb der örtlichen Vereine und langwierigen Verhandlungen mit der Stadt konnte – nach mehr als einjähriger Bauzeit – am 12. Januar die Festhalle am Gommersbach eingeweiht werden. Am 21. April veranstaltete der Musikverein in der neuen Festhalle ein Frühjahrskonzert, bei welchem auch der Kirchenchor aus Erfenbach (Pfalz) auftrat. Blasmusik und gemischter Chor ergänzten sich vortrefflich. Mit dem Versuch, in der neuen Halle einen Silvesterball zu veranstalten, startete der Musikverein mit inzwischen nahezu 700 Mitgliedern, davon 56 aktiv in der Kapelle, ins Jahr 1980.

1980

Neben den traditionellen Aufgaben, wie Kurkonzerte, Mitwirkung bei Vereinsjubiläen oder kirchlichen Anlässen stand mit dem ersten Sommerfest des Musikvereins bei der alten Turnhalle des TBR noch eine Premiere besonderer Art auf dem Programm. Bei nahezu idealen Witterungsbedingungen konnten am letzten Augustwochenende alle Erwartungen erfüllt werden. Auch das materielle Ziel, aus dem Erlös neue Jacken für die Aktivität zu finanzieren, konnte durch den tatkräftigen Einsatz vieler Helferinnen und Helfer erreicht werden.

Leider hatten „Disharmonien“ im Vorstand Mitte des Jahres zum Rücktritt des Vorsitzenden Dieter Bauch geführt. Sein Stellvertreter Paul Rothenberger lenkte das „Vereinsschiff“ jedoch mit geschulter Hand bis zur nächsten Mitgliederversammlung. Gleichwohl konnte der Musikverein in diesem bewegten Vereinsjahr die Reihe der Sommerfeste auf dem Gelände des Turnerbundes neu beleben, den Mitgliedern noch eine anspruchsvolle Familienfeier anbieten sowie das Jahr mit einem attraktiven Silvesterball in der Festhalle abschließen.