1995

Mit 765 Mitgliedern, darunter eine Blaskapelle mit 52 Musikern, eine Jugendkapelle mit 27 Jugendlichen, eine Flötengruppe mit 29 Zöglingen sowie 35 Jugendlichen in der Ausbildung für ein Blas- oder Schlaginstrument steht der Musikverein anlässlich der Mitgliederversammlung Ende Januar auf einem gesunden Fundament. Er zählte damit seinerzeit zu einem der mitgliedsstärksten Musikvereine im Blasmusikverband Mittelbaden. 

Aus einer von den Badischen Neuesten Nachrichten am 26. März veröffentlichen Studie zur Jugendarbeit der Gesang- und Musikvereine im Murgtal geht auch der gute Leistungsstand unserer Musikvereine, wobei Bermersbach, Forbach, Gernsbach, Hörden, Kuppenheim, Ottenau und Bad Rotenfels besonders erwähnt werden, hervor. Mit der musikalischen Früherziehung in Kooperation mit der Musikschule Gaggenau sowie dem Ziel der Einrichtung einer Bläserklasse bei der Eichelbergschule geht der Musikverein Bad Rotenfels neue Wege.

Am 30. April stand ein Benefizkonzert für die neue Orgel der Johanneskirche auf dem Programm. Musikverein und Kantor Walter Bradneck gestalteten eine kirchenmusikalische Feierstunde der Ausnahmeklasse, so schrieb der Pressevertreter. Friedel Seifert hatte das Orchester bestens eingestellt, um für die erschienen Zuhörer eine Wohltat für Ohr und Seele zu erzeugen. Als finanzielle Wohltat konnten schließlich 2.000 Mark an Pfarrer Hermann übergeben werden.

Eine Besonderheit war in diesem Jahr auch der Auftritt von sechs Kapellen der Gesamtstadt (Bad Rotenfels, Freiolsheim, Hörden, Michelbach, Oberweier und Stadtkapelle) auf dem Gaggenauer Rathausplatz als „Volksfest der Musik“, welches die Gemeinschaft für kulturelle Förderung organisiert hatte.

Beim vorweihnachtlichen Konzert in der Festhalle legte das Blasorchester unter der Leitung von Friedel Seifert den Mitgliedern und Blasmusikfreunden ein vielfältiges Programm mit neuartigen Klangkontrasten, wie z.B. mit der „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite auf den Gabentisch. Im anschließenden Teil stellten sich etwa 40 Jugendliche in unterschiedlichen Bläsersätzen anhand einer großen Wandkarte auf eine internationale Weihnachtsreise ein. Eingebunden in diesen Teil unter der Leitung von Heidrun Merklinger waren auch die Blockflötengruppe und die Jugendkapelle.

1996

Am Gründungstag, dem 28. Februar, wurde in der Mitgliederversammlung dem 110jährigen Bestehen des Musikvereins gedacht und die im Jubiläumsjahr geplanten Veranstaltungen vorgestellt. Nach Gesprächen mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden wird von den Mitgliedern die Einführung von jährlichen Gedenkgottesdiensten in den jeweiligen Kirchen zur Kenntnis genommen, weil in den vorangegangenen Jahren nach dem Tod von Mitgliedern bei einzelnen Begräbnissen die Spielfähigkeit nicht mehr sicher gewährleistet werden konnte. Schließlich wurde wegen der enormen Kosten für die Jugendarbeit und die Unterhaltung des Orchesters der Mitgliedsbeitrag auf 22 DM angehoben.

Zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen wurde zu einem Benefizkonzert am 20. April in die Festhalle eingeladen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem befreundeten Blasorchester „Edelweiß“ aus Pfaffenrot zugunsten des Fördervereins für krebskranke Kinder in der Karlsruher Klinik inszeniert. Konzertant war der friedliche Wettstreit der beiden Spitzenorchester. Auf hohem Niveau wurde ein imposanter Querschnitt von sinfonischer Literatur der Kunst- und Oberstufe als nachhaltige Dokumentation konstruktiver Orchesterarbeit geboten. Für das Publikum war das Konzert in jedem Fall ein Hörgenuss. Schließlich konnten wir den Vertretern des Fördervereins mit einem Scheck über 4.000 DM als Erlös eine große Freude bereiten. Eine Woche später konnte der Jubiläumsverein sein Programm in ein Doppelkonzert mit den Blasmusikfreunden aus Muggensturm einbringen. Auch dabei konnten die mehr als 500 Konzertbesucher in der Wolf-Eberstein-Halle begeistert werden.

Als „Jubiläumsbereicherung“ gastierte beim traditionellen Sommerfest Ende August die in der mittelbadischen Musikszene bestens bekannte Band „Brass & Company“ bei der Vereinsturnhalle des TBR. Somit kamen am Samstagabend die Freunde von Dixieland-, Swing- und Jazzrhythmen voll auf ihre Kosten. An den kommenden Festtagen spielten neben der gastgebenden Kapelle die Musikfreunde aus Michelbach, Muggensturm, Kuppenheim und Bischweier auf und unterhielten die Besucher mit ansprechender Blasmusik.

Unter dem Titel „Jugend in Rhythm“ war Ende Oktober mit einem umfassenden Schüler- und Jugendvorspiel in der Festhalle der nächste Punkt in der Reihe „110 Jahre Musikverein Bad Rotenfels“ angesagt. Einblicke in die Ausbildung vom Flötenspiel über Grund- und Leistungskurs bis zur Mitwirkung in der Jugendkapelle gaben die Schüler mit Hingabe und Musizierlust. Unter Anleitung der Lehrkräfte aus den Reihen des Vereins und der Musikschule wetteiferten die Jugendlichen an Blech- und Holzblasinstrumenten ebenso wie an den Schlaginstrumenten in einem Programm vieler Stilrichtungen.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres präsentierte die Gesamtkapelle in der Familienfeier wiederum ein anspruchsvolles Programm. Die Bläserjugend konnte im zweiten Teil mit vorweihnachtlichen Melodien den Nachmittag in der Festhalle ausklingen lassen.

1997

Anfang Juli hatte die Jugendkapelle zu einem „Hock im Park“ eingeladen. Als Gastkapellen waren die Jugendlichen aus Iffezheim und Hörden angetreten und boten allesamt ein anspruchsvolles und gleichermaßen gefälliges Musikprogramm. Dabei stand erstmals Dirigent Dirk Lorenz am Pult unserer Jugendkapelle. Jugendleiterin Ellen Fischer hatte dieses Ereignis gut vorbereitet, so dass auch das leibliche Wohl bei Kaffee und Kuchen nicht zu kurz kam.

Buntes Treiben herrschte zwei Wochen später im Freibad unseres Stadtteils. Jugendkapelle und die kleine Besetzung unseres Vereins unterstützten mit ihren Beiträgen die 1993 gegründete Schwimmbadinitiative. Der Erlös war für den Erhalt des Bades gedacht.

Eine blasmusikalische Sternstunde bot unser Orchester Ende Oktober in der Reihe „Klassik in der Schule“ in Steinbach. Im Foyer der dortigen Hauptschule wurden die Ohren der Zuhörer mit anspruchsvollen Werken internationaler Blasmusik verwöhnt.

Am dritten Advent bot der Verein im Rahmen der alljährlichen Familienfeier nochmals Einblick in die erfolgreiche Jugendarbeit und mit einem facettenreichen Programm der Gesamtkapelle in die Orchesterarbeit des scheidenden Dirigenten Friedel Seifert.

1998

Theo Wild wird nach einem internen Auswahlverfahren unter 16 Bewerbern in der Musikerversammlung mit großer Mehrheit zum neuen Dirigenten gewählt. In der Mitgliederversammlung wurde vom Vorsitzenden aus der Vereinsarbeit mit dem Schwerpunkt Jugendförderung berichtet. 62 Personen zählen derzeit zur Gesamtkapelle, während 50 Kinder und Jugendliche an Blas- und Schlaginstrumenten ausgebildet werden. Die 27 Mitglieder der Jugendkapelle haben unter dem Dirigenten Dirk Lorenz ansprechende Auftritte absolviert.

Anfang April lädt der Verein Mitglieder und Freunde zu einem Ehrungsabend in den Gemeindesaal von St. Laurentius ein, weil – in der jüngeren Vereinsgeschichte einmalig – u.a. 28 Personen zu Ehrenmitgliedern ernannt werden können. Silke Obreiter und Britta Rupp hatten neben ihrem zehnjährigen Einsatz in der Blaskapelle auch noch den Landkreiswettbewerb „Jugend und Ehrenamt“ gewonnen und durften deshalb eine besondere Vereinsehrung entgegennehmen. Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem Klarinettenquartett, einer Band aus eigenen Ehrenmitgliedern und der Gesamtkapelle unter dem neuen Dirigenten Theo Wild umrahmt. Walter Fischer würzte mit Anekdoten in Bild und Ton den Ehrungsabend zur Freude und Erbauung der geladenen Gäste.

Nach einem erfolgreichen Muttertagskonzert und gelungenen Auftritten bei unseren traditionellen Veranstaltungen im Ort und bei befreundeten Musikkapellen konnte der Musikverein im Herbst die erste Vereinszeitung auslegen, mit der insbesondere neue Mitglieder gewonnen werden sollten. Mit einem anspruchsvollen Weihnachtskonzert wurde das Vereinsjahr beschlossen und dabei noch einmal die gute Jugendarbeit unter Beweis gestellt.

1999

Im April gibt der Musikverein in der St. Laurentius-Kirche ein beeindruckendes Benefizkonzert mit überwiegend geistlicher Musik zum Abschluss der Innenrenovierungen. In der vollbesetzten Pfarrkirche intonierte das Gesamtorchester ebenso gefühlvoll wie die einzelnen Ensembles der Saxofone, Blechbläser, Klarinetten und Flöten. Schließlich konnte an Pfarrer Jürgen Reuss ein Scheck über 4.100 DM aus den Spenden der Konzertbesucher übergeben werden.

Am 30. April war der Musikverein mit acht Musikerinnen und Musikern des Erwachsenenorchesters zu Gast in der Eichelbergschule. In den Klassen drei bis fünf wurde im Musikunterricht intensiv um Nachwuchs geworben. Die Schülerinnen und Schüler hatten sichtlich Spaß am Ausprobieren der jeweiligen Instrumente. Bei den Kindern und Jugendlichen konnte so das Interesse am Erlernen eines Blas- oder Schlaginstruments geweckt werden. Abgeschlossen wurde die Nachwuchswerbung in diesem Jahr schließlich mit einem Schülervorspiel am 14. November im Gemeindesaal von St. Laurentius.

Aus den routinemäßigen und gleichermaßen erfolgreichen Sommerauftritten der Musikkapelle mit einzelnen Gastspielen sind insbesondere das Konzert im Kurpark, das Ständchen beim 70. Geburtstag von Karl Horsch, die musikalischen Beiträge beim Sommerfest des Musikvereins und die musikalische Umrahmung der Mitgliederversammlung unserer Volksbank zu nennen.

Beim Weihnachtskonzert konnte nach den Vorträgen der Blockflötengruppe unter Annerose Merklinger sowie der Jugendkapelle unter Dirk Lorenz das Gesamtorchester unter Theo Wild mit anspruchsvoller Blasmusik das interessierte Publikum in der vollbesetzten Festhalle begeistern. Am Rande dieser Veranstaltung konnte Barbara Gutmann ihr 20jähriges „Moderationsjubiläum“ beim Musikverein feiern.